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Rembrandt Harmensz van Rijn (1606-1669) Städelsches Kunstinstitut Frankfurt, 1. Februar - 11. Mai 2003
Die Blendung Simsons, 1636
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Wie keine andere künstlerische Persönlichkeit beschäftigt Rembrandt unsere Phantasie. Sein umfangreiches Werk verbindet sich mit einer Persönlichkeit, deren Widersprüche auch heute noch aktuell erscheinen: Der junge, ambitionierte Maler aus Leiden, der schnell große Triumphe feierte und ein Spätwerk schuf, das bei den Zeitgenossen nur noch Unverständnis auslöste. Der liebevolle Familienvater, der früh den Verlust seiner Ehefrau Saskia hinnehmen mußte und im Alter seine Gefährtin Hendrickje Stoffels sowie - kurz vor seinem eigenen Tod - sogar seinen Sohn Titus verlor. Der fanatische Sammler, dessen Besitz der finanzielle Ruin in alle Winde zerstreute. Das bewegte Leben des Meisters prägte auch sein künstlerisches Schaffen, in dem der Mensch mit seinen Emotionen und Verhaltensweisen im Mittelpunkt des Interesses steht.
Rembrandt
van Rijn, unbestritten ein Künstler hat ohne zu zögern, Gemälde
signiert, die seine Schüler geschaffen haben. Exakt nach den Vorschriften
ihres Meisters im typischen Rembrandt -Look, der damals Mode war.Gleichwohl
hat ihm niemand Betrug oder Täuschung vorgeworfen. Nach modernem
Verständnis hat der Holländer nicht Fälschungen als echt
autorisiert, sondern seine "Blaupausen" durch talentierte Techniker
ausführen lassen, durch menschliche Computer avant la lettre.(Klaus
Honnef) Rembrandts Portraits, als Auftragswerke eine sichere Verdienstquelle, entstanden nicht nur aus ökonomischen Erwägungen. Sein besonderes Interesse am Menschen drückt sich in seiner genauen Beobachtungsgabe, aber auch in seiner Maltechnik aus, die dem gemalten Antlitz eine besondere Lebendigkeit verleiht. 1661 entstand das Portrait der Margaretha de Geer (London, National Gallery), deren vom Alter gezeichnetes Gesicht Rembrandt mit seinem virtuos geführten Pinsel und pastosem Farbauftrag wiedergibt. Von seinen väterlichen Gefühlen sprechen die sensibel beobachteten Portraits seines Sohnes Titus (siehe Bild ) aus dem Museum Boijmans-van Beuningen Rotterdam und dem Pariser Louvre. . Zahlreiche Selbstportraits von Rembrandt zeugen von der permanenten Beschäftigung mit verschiedenen menschlichen Rollen:
Als lachender Maler Zeuxis riskiert Rembrandt ein grotesk verzogenes, bizarres Grinsen (Köln, Wallraf Richartz-Museum), er posiert als Soldat mit der Sturmhaube (Kassel, Gemäldegalerie) und bietet dem Betrachter schonungslos seine gealterten Züge dar (Den Haag, Mauritshuis). In den tronies,(Einfigurenbilder) kleinformatigen Kopfstudien, verbindet Rembrandt die Wiedergabe des Menschen mit seiner Vorliebe für exotische Accessoires; und das portrait historié, die besondere Spezialität des Meisters, schlägt die Brücke zu den Historien des Malers. Das ambitionierte Meisterwerk des dreißigjährigen Rembrandt, die Blendung Simsons, stellt eine Bündelung heftiger Affekte, von Triumph, Schmerz und Verrat, dar, die mit äußerster Gewalt und Dynamik in Szene gesetzt wurde. Der späte Jacobs Segen (Kassel, Gemäldegalerie) hingegen ist eine konzentrierte Verdichtung eines äußerst gefühlsbetonten Momentes - hier liegt die zur Schau gestellte Dramatik in Farbe und Pinselführung. Erstmalig ist das facettenreiche uvre Rembrandts von den frühen, ambitionierten Gemälden bis zu den grandiosen Spätwerken in Frankfurt zu sehen. Etwa 50 Exponate aus den bedeutendsten Museen und Privatsammlungen weltweit illustrieren Rembrandts künstlerisches Schaffen von der Frühzeit bis zu den späten Meisterwerken.
Begleitend zur Ausstellung erscheint ein umfangreicher, farbig illustrierter Katalog zum Preis von 28,00 Euro. Jeroen Giltaij, der zugleich das Konzept der Ausstellung erarbeitete, stellt darin die auf neuesten Archivstudien basierende und von Legenden bereinigte Biographie Rembrandts vor, die zugleich einen Leitfaden durch sein vielseitiges künstlerisches Schaffen bildet. |
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Auch in Frankfurt sind nach gegenwärtigem Forschungsstand mindestens drei «falsche» Rembrandts zu sehen. «Wir haben sie aber bewusst reingenommen, um zu zeigen, wie unsicher das alles ist», erklärt der Kurator Michael Maek-Gérard, «wir weisen aber natürlich in der Beschriftung darauf hin.»
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