
SUMMER
OF LOVE ist eine
bahnbrechende Ausstellung über die psychedelische
Kunst, die die einzigartigen Verbindungen zwischen zeitgenössischer
Kunst, populärer Kultur und politischen Protesten in
den 1960er und frühen 1970er Jahren veranschaulicht.
Sie zeigt, dass Psychedelia eines der interessantesten, zugleich
aber auch eines der am stärksten vernachlässigten
Phänomene in der Geschichte des 20. Jahrhunderts ist.
Der Dialog zwischen psychedelischer Kunst und politischer
Revolution und Gegenkultur fand seinen Niederschlag in einer
einzigartigen Ästhetik, welche die gesellschaftliche,
politische, ethnische und sexuelle Befreiung ausdrückte.
Das Streben nach einer ekstatischen Kunst förderte die
Erweiterung des Bewusstseins und die gewollte sinnliche Überreizung.
Erreicht wurde dies nicht selten mithilfe
von Halluzinogenen, die wesentlicher Bestandteil der psychedelischen
Bewegung waren. Die Präsentation von über 350 Gemälden,
Fotografien, Filmen, Lightshows, Environments, Postern, Plattencovern
und Dokumentationsmaterial aus Europa, den USA, Südamerika
und Japan in einer Aufsehen erregenden Ausstellungsarchitektur
von UN Studio (Ben van Berkel, Caroline Bos) unterstreicht
den internationalen Charakter der Bewegung.

Schutzumschlag ARCHIGRAM Buch
Die psychedelische Kunst wurde traditionell
in den Bereich der angewandten Kunst und des schlechten Geschmacks
verwiesen und stand dabei immer im Schatten der historisch
und institutionell sanktionierten Kunst einer Epoche, deren
Zentrum von Pop Art, Minimal Art und Concept Art besetzt war.
Tatsächlich jedoch war der psychedelische Stil das Ergebnis
eines produktiven Wechselspiels zwischen Kunst, Technik, Drogenkultur,
Musik und zahllosen weiteren Einflüssen, die eine außergewöhnliche,
zutiefst vom Geist der Emanzipation und der Freiheit durchdrungene
Ästhetik hervorgebracht haben.
Außerordentlich bedeutend war
jene durch die Erweiterung des Bewusstseins angestoßene
Erweiterung des Formen-, Farb- und Medienspektrums, die mit
einer neuen Raumerfahrung einherging. Eine weitere zentrale
Errungenschaft der Bewegung, die schließlich in einer
neuen, als Intermedia-, Multimedia- oder Mixed-Media-Kunst
bezeichneten Hybridkunst kulminierte, war die Verschmelzung
ganz unterschiedlicher künstlerischer Techniken.
Erst diese Verschmelzung hat überhaupt
jene multisensorischen Spektakel ermöglicht, für
die die 60er berühmt wurden. Hinzu kam, dass die visuellen
Künstler jener Jahre anfingen, mit Lightshows zu experimentieren,
oder sich als Musiker, Filme- und Modemacher, Designer oder
Architekten versuchten. Sie ließen sich also auf eine
enge Verbindung mit den ebenso kurzlebigen wie beeindruckenden
Hervorbringungen der sich geradezu überstürzenden
populären und kommerziellen Kultur ein.

Thomas Bayerle
Mäntel, 1967
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Psychedelische Ästhetik
und Politik hinterließen ihre Spuren jedoch nicht nur
in der populären Kultur, sondern prägten auch wichtige
Künstler und avantgardistische Kunstbewegungen der damaligen
Zeit.
So setzten Andy
Warhol und Mark Boyle im Jahr 1966 bei Livekonzerten
in der New Yorker Diskothek Dom und dem Londoner Untergrundclub
UFO erstmals Film- und Diavorführungen ein
Auch das Aufkommen der
Performance als wichtiger Kunstform fiel mit den spielerischen
Events der psychedelischen Kunst zusammen, in denen der menschliche
Körper als voll-wertiges und entwicklungsfähiges
Wahrnehmungsinstrument genutzt wurde, das man stimulierte,
um einen Zustand der ekstatischen Raserei bzw. der apathischen
Selbstversenkung zu erreichen.

HausRucker.Co
"Environment Transformers"
„Summer of Love“ bietet
eine Fülle von über 350 Arbeiten aus den Bereichen
Malerei, Skulptur, Fotografie, Film, Video, Environment, Architektur,
Grafik-Design und Mode. Darunter Arbeiten von Isaac Abrams,
Richard Avedon, Lynda Benglis, Bernard Cohen, Richard Hamilton,
Robert Indiana, Yayoi Kusama, Richard Lindner und John McCracken.
Zu den zentralen Environments
der Ausstellung gehört Mati Klarweins „New Aleph Sanctuary“
(1963-1971), eine Arbeit, in der viele Motive des Künstlers
(die auch in seine Entwürfe für Santana-Plattencovers
eingingen) in einer Installation zusammenfließen.

VERNER PANTON,
PHANTASY LANDSCAPE, VISIONA II, 1970
Verner Pantons begehbare
amorphe Möbellandschaften formulieren Utopien eines befreiten
und entspannten Lebens. Die visionäre Architektur ist
mit Werken von Archigram, Hans Hollein, Haus-Rucker-Co u.
a. vertreten.
ORT: SCHIRN KUNSTHALLE FRANKFURT, Römerberg, D-60311
Frankfurt.
DAUER: 2. November 2005 - 12. Februar 2006. ÖFFNUNGSZEITEN:
Di., Fr.-So. 10-19 Uhr, Mi. und Do. 10-22 Uhr. INFORMATION:
www.schirn.de, E-Mail: welcome@schirn.de, Telefon: (+49-69)
29 98 82-0, Fax: (+49-69) 29 98 82-240. EINTRITT: 7 ,
ermäßigt 5 , Familienticket 15 . KURATOR:
Christoph Grunenberg, Tate Liverpool.
PRESSE: Dorothea Apovnik (Leitung),
Simone Krämer
SCHIRN KUNSTHALLE FRANKFURT, Römerberg, D-60311 Frankfurt,
Telefon: (+49-69) 29 98 82-118, Fax: (+49-69) 29 98 82-240,
E-Mail: presse@schirn.de, www.schirn.de
Ausstellungsansicht:

bitte nur die lupe berühren...
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mehr Informationen über psychedelische
Kunst findet man hier:
http://www.on-design.de/psyart/
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